Willi BuschSpecial
Ein legendärer Kabinenroller in zwei historischen Filmen:
DER WILLI-BUSCH-REPORT und DEUTSCHFIEBER
Die Filme / Der Drehort / Die Teams / Die Darsteller
5 0  J a h r e  K a r o
 

 
 
 
Menschen in Aspik: 

So wurden Kabinenroller-Fahrer genannt. Die Plexiglas-Kanzel, unter der zwei Personen hintereinander Platz fanden, sah nicht nur nach Flugzeug aus, sondern wurde auch von einem Flugzeugbauer entworfen und von einem Flugzeugfabrikanten gebaut.  Das ungewöhnliche Fahrzeug geht auf eine Konstruktion von Fritz Fend zurück und war ursprünglich ein für Beinamputierte gedachter Dreirad-Einsitzer. In Serie gebaut hieß der Fend-Flitzer nun Messerschmitt-Kabinenroller, Hersteller war der Flugzeugfabrikant  Willy Messerschmitt in Regensburg, dem wegen eines Erlasses der Alliierten verboten war, Flieger zu bauen. Insbesondere seinem Erfindergeist ware es nämlich zu verdanken, daß tausendfach tödliche Maschinen wie etwa die "Me 109" ("Stuka") und so vieles andere aus den bald unterirdischen NS-Kriegsfabriken rollte, gefertigt von unzähligen Zwangsarbeitern und Strafgefangenen eines verbrecherischen Regimes.  
Welcher Gegensatz, wenn nur wenige Jahre danach ein harmloses, geradezu witzig anmutendes Gefährt begann seine Kurven zu drehen. Mit dem ersten Schwung einer neuen Mobiltät, sollte die Welt nun friedlich erforscht werden. Bei so manchem war es aber nur allzu verständlich, wenn der erste Anblick dieses doch sehr seltsamen Messerschmitt-Produkts für Sekunden auch wieder das beängstigende Sirenengeheul der angreifenden Stukas in Erinnerung gerufen hat... Um sich jedoch meist in einem milden Lächeln aufzulösen. 
Fritz Fend trennte sich bald wieder von Messerschmitt und führte die Produktion mit seiner eigenen Firma FMR noch einige Jahre weiter. Bis er schließlich mit der Herstellung von Getränke-Automaten begann. Das alternative Fahren aber verlor er nie ganz aus den Augen. Noch in hohem Alter tüftelte er an einem besonders energiesparenden extrem aerodynamischen Gefährt, welches entfernt an die legendären KR 175 und KR 200 erinnerte. Im November 2000 verstarb er im Alter von 80 Jahren. 
Zwischen März 1953 und Januar  1964 rollten rund 67 000 dieser "Karos" (Kabinenroller) vom Band. Angetrieben wurden die Dreiräder von Fichtel & Sachs-Zweitaktmotoren mit 200 cm3 Hubraum und zehn PS. Besonderen Ruf genoss die vierrädrige Sportversion Tg 500 (Tiger). Mit SOO-cnV-Motor und 19,5 PS war diese gut für Tempo 130. 
 

 
 
 
Das Cockpit
 
Einstieg durch   
Hochklappen der Kuppel
 
Der Motor
 
Startklar!
 
 - 
 
Technische Daten
 
KR 175 -
Motor Fichtel & Sachs Zweitaktmotor
Zylinderzahl 1
Bohrung / Hub 62 x 58 mm
Hubraum 173 ccm
Leistung 9 PS bei 5250 U/min
Verdichtung 6,5 : 1
Vergaser 1 Schrägdüsenvergaser Bing
Kühlung Gebläse / Luft
Schmierung Gemisch 1 : 25
Batterie 6 V 45 Ah neben Motor
Kraftübertragung Antrieb über Rollenkette zum Hinterrad
Kupplung Dreischeiben - Ölbadkupplung
Getriebe Vierganggetriebe ohne Rückwärtsgang (späte Versionen mit elektr. geschaltetem Rückwärtsgang)
Fahrwerk Einzelradaufhängung
Lenkung Fast direkte Achsschenkellenkung mit Hebelübertragung und motorradähnlichem Lenker
Radstand 2030 mm
Spurweite vorne 920 mm, hinten 1 Rad
Abmessungen 2820 x 1220 x 1200 mm
Reifen 4,00" x 8"
Wendekreis 8 m
Leergewicht 220 kg
Zul. Gesamtgewicht 360 kg
Höchstgeschwindigkeit ca. 80 km/h
Verbrauch ca. 4 l/100 km
Kraftstofftank 11,5 Liter über Motor
Baujahr März 1953 bis März 1955
 
 
KR 200 -
Motor Fichtel & Sachs Zweitaktmotor
Zylinderzahl 1
Bohrung / Hub 65 x 58 mm
Hubraum 191 ccm
Leistung 10,2 PS bei 5250 U/min    
später 9,7 PS bei 5000 U/min
Verdichtung 6,6 : 1, später 6,3 : 1
Vergaser 1 Schrägdüsenvergaser Bing
Kühlung Gebläse / Luft
Schmierung Gemisch 1 : 25
Batterie 12 V 14 Ah neben Motor
Kraftübertragung Antrieb über gekapselte Rollenkette zum Hinterrad
Kupplung Vierscheiben - Ölbadkupplung
Getriebe Vierganggetriebe mit elektr. geschaltetem Rückwärtsgang
Fahrwerk Einzelradaufhängung
Lenkung Fast direkte Achsschenkellenkung mit Hebelübertragung und motorradähnlichem Lenker
Radstand 2030 mm
Spurweite vorne 920 mm, hinten 1 Rad
Abmessungen 2820 x 1220 x 1200 mm
Reifen 4,00" x 8"
Wendekreis 9 m
Leergewicht 240 kg
Zul. Gesamtgewicht 420 kg
Höchstgeschwindigkeit ca. 90 km/h
Verbrauch ca. 4,5 l/100 km
Kraftstofftank 12,5 Liter über Motor
Baujahr Februar 1955 bis Januar 1964
 
Tg 500 -
Motor Fichtel & Sachs Zweitaktmotor
Zylinderzahl 2
Bohrung / Hub 67 x 70 mm
Hubraum 493 ccm
Leistung 19,5 PS bei 5000 U/min
Verdichtung 6,5 : 1
Vergaser 1 Drehschiebervergaser Bing
Kühlung Gebläse / Luft
Schmierung Gemisch 1 : 25
Batterie 12 V 24 Ah neben Motor
Kraftübertragung Antrieb über Gelenkwellen zur Hinterachse
Kupplung Zweischeiben - Trockenkupplung
Getriebe Vierganggetriebe mit Rückwärtsgang
Fahrwerk Einzelradaufhängung
Lenkung Fast direkte Achsschenkellenkung mit Hebelübertragung und motorradähnlichem Lenker
Radstand 1885 mm
Spurweite vorne 1110 mm, hinten 1044 mm
Abmessungen 3000 x 1270 x 1240 mm
Reifen 4,40" x 10"
Wendekreis 9,5 m
Leergewicht 390 kg
Zul. Gesamtgewicht 560 kg
Höchstgeschwindigkeit ca. 125 km/h
Verbrauch ca. 6,5 l/100 km
Kraftstofftank 30 Liter beim Motor
Baujahr Mai 1958 bis Januar 1964
 
 
Push - Motor starten!Motor starten!
-
 

 
 
TOP
5 0  J a h r e  K a r o
Der Tagesspiegel, 20.März 2003 
Von 0 auf 80 in 35 Sekunden
Vor 50 Jahren kam der Messerschmitt-Kabinenroller auf den Markt – Sammler zahlen heute Liebhaberpreise
Von Ulrich Bethscheider

Es war ein skurriles Gefährt, das da im Nachkriegsdeutschland die Straßen bevölkerte. 1,20 Meter hoch, 1,20 Meter breit, von der Gestalt einer Zigarre und mit dem Gesicht eines Froschs. Doch das merkwürdige Gefährt steht aus heutiger Sicht beispielhaft für die Motorisierung Deutschlands – das macht den Messerschmitt-Kabinenroller zum Mythos.  

Nicht nur der Markenname zeigt die Nähe zum Flugzeug, auch der Konstrukteur Fritz Fend hatte als Flugzeugingenieur sein Geld verdient. Im bayrischen Rosenheim baute er 1948 zuerst einen Dreirad-Einsitzer, Anfang der 50er-Jahre entstand dann der Kabinenroller, der ab Frühjahr 1953 im brachliegenden Messerschmitt-Werk in Regensburg in Serie produziert wurde. Sein Einzylinder-Zweitaktmotor besaß 173 Kubikzentimeter Hubraum und leistete 10,9 PS – im Nachkriegsdeutschland war das für viele schon genug für den Traum von der individuellen Motorisierung. Immerhin fuhr der KR 175 knapp 80 km/h schnell und bot für zwei Personen, die wie auf einem Tandem hintereinander saßen, ein festes Dach über dem Kopf. Er schaffte es in 35 Sekunden von 0 auf 80. Dass sich die Fahrer unter der Plexiglaskuppel ein wenig wie Flugzeugpiloten fühlen konnten, lag an Fends Fliegervergangenheit: Der Kabinenroller besaß nämlich keine Türen, einsteigen musste man, indem die gläserne Kuppel wie bei einem Flugzeug zur Seite geklappt wurde. Und auch der filigrane Lenker erinnerte eher an einen Steuerknüppel denn an ein Autolenkrad.  
 
So einfach und technisch primitiv der Kabinenroller auch war, erlebte er trotzdem eine technische Weiterentwicklung. 1955 folgte der KR 200 mit größerem Hubraum, während 1958 das Topmodell der Baureihe seine Premiere feierte. Seine Modellbezeichnung Tg 500 stand für Tiger, und den schien er wirklich im Tank zu haben. Zwei Zylinder, 500 Kubikzentimeter Hubraum und stolze 19,5 PS, damit wurde der Kabinenroller fast zum Schrecken der Landstraße. Damit die nur 390 Kilogramm schwere Renn-Zigarre ihre Leistung auch ordentlich auf den Boden bekam, fand am Fahrwerk eine kleine Revolution statt. Während der Kabinenroller bislang drei Räder – zwei vorn und eins hinten – zählte, rollte der Tiger auf vier Rädern daher.  

Zu diesem Zeitpunkt hatte der Kabinenroller zumindest wirtschaftlich schon einen Dämpfer erhalten. 1956 kam es im Unternehmen zu finanziellen Schwierigkeiten, infolgedessen das Regensburger Werk aus dem Messerschmitt-Konzern herausgelöst wurde. Fritz Fend übernahm die Produktion und baute den Kabinenroller fortan unter dem Markennamen FMR (Fahrzeug- und Maschinenbau GmbH Regensburg). Um den Kabinenroller konkurrenzfähig zu halten, brachte Fend sogar eine Cabrioversion auf den Markt – Autofahren mit Badewannen-Feeling.  

1964 rollte der letzte Kabinenroller vom Band. Das skurrile Gefährt konnte mit der schnellen Auto-Entwicklung nicht mithalten, denn inzwischen galt der große VW Käfer längst als des Deutschen Auto-Traum – und der war immerhin schon damals ein richtiges Auto. Geblieben ist die Erinnerung an ein eigenwilliges Auto mit Flugzeug-Genen in der Kurbelwelle, um das sich heute noch Liebhaber kümmern. 35000 Euro kostet ein restauriertes Exemplar. 
 


  

Berliner Zeitung, 19.März 2003 

Menschen in Aspik
Vor fünfzig Jahren kam der Messerschmitt-Kabinenroller 
auf die deutsche Straße
von Jörg Niendorf

BERLIN, 18. März. Mit einem kleinen Gefährt ab über die großen Berge: Das versprachen Werbetexte im Frühjahr 1953, sie kündigten eine motorisierte Sensation an. Gepriesen wurde eine kühne Gebläsekühlung, "so brauchen Sie selbst auf das Erlebnis der Überquerung von hohen Alpenpässen nicht zu verzichten". Diese Vorstellung war in der Tat kühn, die Sehnsucht im Nachkriegsdeutschland nach dem Süden war riesig.  
     Das Vehikel, um das es ging, glich indes einer mobilen Miniatur. Günstig wie ein Motorrad war es und bot doch zwei Insassen vollen Wetterschutz. Eine emsige Bergziege war der neuartige Messerschmitt Kabinenroller außerdem. Der Karo war ein Dreirad mit Tandemsitzen, also zwei hintereinander angeordneten Plätzen, einem voll verkleideten Aufbau und zur Seite wegklappbarem Dach. Der kleine Zweitakter mit Motorradlenker hielt, was er versprach. Am Großglockner war er bereits vor seiner Serienproduktion getestet worden, bald danach knatterten unzählige Roller-Mobilisten mittels 175 Kubikmeter Hubraum, neun Pferdestärken und moderner Motorkühlung über die Alpen an die Seen oder ans Mittelmeer.  

Kugel aus Blech und Plexiglas  

     Am 19. März 1953 wurde der Kabinenroller KR 175 auf der Frankfurter Automobilausstellung vorgestellt, bis 1964 wurden schätzungsweise 50 000 Stück in Regensburg gebaut. Nicht zu verwechseln ist der Karo mit der BMW-Isetta, die ebenfalls ein Dreirad war, aber erst zwei Jahre später herauskam.  
     Das Messerschmitt-Modell kostete nur 2 100 D-Mark, für viele Westdeutsche begann mit dieser Kugel aus Blech und Plexiglas nach der Währungsreform der Aufstieg in die motorisierte Gesellschaft. Die Leute wollten mobil sein, suchten Zerstreuung, für den dreirädrigen Roller brauchten sie nur den Motorradführerschein oder den für Trecker oder Kleinlaster, diese Papiere waren viel üblicher als die teure Lizenz zum Autofahren. Ein wenig Gepäck fasste der Roller auch, mit Geschick brachte man sogar ein Schlauchboot unter.  
     Nur die Kühlung für die Paare unter der Plexiglashaube funktionierte nicht ganz so gut wie die des Motors: Drinnen schwitzten die stolzen Reisenden nicht schlecht, spöttisch wurden sie "Menschen in Aspik" genannt, der Karo zur "Käseglocke" degradiert. Wohlmeinendere Stimmen nannten das Gefährt "Schneewittchensarg". Selbst ein Sonnensegel als Sonderzubehör konnte den Kugelroller nicht retten, seine Zeit war nach einem Jahrzehnt schon wieder vorüber.  
     Die motorisierten Massen stiegen um auf vier Räder, auch bei kleinem Geldbeutel konnte man sich einen NSU-Prinz oder Volkswagen leisten. Zu dieser Zeit bewegte sich auch die junge DDR auf vier Rädern, der P 50, ab 1958 Trabant genannt, war von vornherein ein "ganzes" Auto. Der über Jahrzehnte hinweg sparsamer motorisierte Osten hatte so gleich zu Anfang gespart, Einsteigermodelle wie die Dreiräder im Westen gab es nicht. Zudem hatte der Trabant schon ein voll synchronisiertes Getriebe, als man drüben den Kabinenroller noch mit viel Muskelkraft einparken musste. Einen Rückwärtsgang hatte der KR 175 nämlich nicht.  
     Dennoch, auch in den USA, dem Automobilland seit jeher, und in Großbritannien machte der kleine kugelige Deutsche Furore. Er wurde dort gut verkauft und hat noch heute sorgsame Besitzer. Briten fühlten sich nicht einmal durch bittere Assoziationen gestört, die der Name des Vehikels hervorrufen konnte. Messerschmitt-Jagdflugzeuge hatten schließlich in den Luftschlachten gegen die Royal Air Force gekämpft.  

Düsenjäger des kleinen Mannes  

     Zum Messerschmitt-Modell war das Gefährt eher zufällig geworden. Die Firma, die keine Flugzeuge mehr bauen durfte, hatte die Produktionsanlagen, und Fritz Fend hatte die Idee. Sie taten sich zusammen. Zuvor hatte Fend in Rosenheim aus Schrottmaterialien allerlei Dreiräder zusammengeschraubt und verkauft, er erkannte, dass dieses eine lukrative geschäftliche Lücke zwischen Motorrad und Kleinauto war. 1957 stieg Messerschmitt aus der Koproduktion wieder aus, nur der Name des Rollers blieb.  
     Viele Nachahmer hatte Fend auf den Plan gerufen, fast jedes westdeutsche Zweiradunternehmen hatte bald ein Kleinstfahrzeug mit Kabine herausgebracht. So gab es den Goggoroller, die BMW-Isetta, den NSU-Prinz, von Victoria den als feuergefährlich etwas verrufenen Spatz, den Maico-500 und den Trojan-Kabinenroller von Heinkel. Zündappfahrer hatten sogar die Möglichkeit, im Janus zu zweit zu übernachten.  
     Eine Neuauflage des Messerschmitt-Kabinenrollers, von der Fritz Fend in den 90er-Jahren träumte, kam nicht zu Stande. Fend lehnte den F 2000 an seinen "Düsenjäger des kleinen Mannes" von 1953 an. Der F 2000 sah aus wie ein lang gezogenes Ei, wieder gab es einen Tandemsitz, der Verbrauch lag bei zwei Litern auf 100 Kilometern. Leider fanden sich keine Geldgeber für die Produktion.  
Das Urmodell jedoch hat eine treue Fangemeinde, etwa 1 500 Stück des KR 175 oder KR 200 gibt es noch. Wo sie auftauchen, erregen sie mehr Aufsehen als jeder Lamborghini. Enthusiasten treffen sich mit ihren Kabinenrollern, ganz im Geiste des Erfinders und der Gebläsekühlung, Jahr für Jahr am Großglockner. 
  
 

Ein Messerschmitt-Kabinenroller im August 1954 in London
Die Motorisierung der Massen  

In den ersten Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg begann die deutsche Massenmotorisierung zunächst auf zwei Rädern. 1953 gab es in der Bundesrepublik zwei Millionen Krafträder, an Kraftwagen nur die Hälfte. Nur zwei Prozent aller Deutschen besaßen 1953 ein Auto, in den USA waren es schon 25 Prozent der Einwohner.   

1953 machte der Messerschmitt-Kabinenroller den Anfang, bald gab es eine ganze Flut von Kleinstmobilen, die preiswerter als der VW-Käfer waren. Oft waren es Dreiräder wie der Messerschmitt KR 175, die wie Motorräder besteuert wurden.   

BMW-Isetta und Goggomobil wirkten dagegen wie Autos, nicht mehr wie überdachte Zweiräder. Motorradmarken wie NSU und BMW schafften es, mit ihren Modellen am Markt zu bleiben. Alle anderen gaben auf, der Volkswagen wurde etwa ab 1957 übermächtig.   

Der letzte Messerschmitt-Kabinenroller wurde 1964 gebaut.

 
 
TOP
Die beiden Filme
          1979: An der unüberwindlichen deutsch-deutschen Grenze - der Nahtstelle zweier Gesellschaftssysteme - ist die Zeit stehen geblieben. Am Ende der westlichen Welt mag dies für Copyright © VISUALeinige sehr erholsam sein, für die "Werra-Post" ist es jedoch lebensbedrohlich. Es ist absehbar, wann die einstmals blühende "Heimatzeitung für das Werratal" zum letzten Mal erscheint - wenn da nicht die Geschwister Wilhelm und Adelheid Busch wären. Im Bewußtsein, von ihrem Vater ein schweres Erbe übernommen zu haben, geben sie mehr oder weniger ihr Bestes. Aber erst als Willi eine alte Geschichte aus der NS-Zeit ausgräbt, ist zumindest der freie Auflagenfall vorübergehend gestoppt: Faktisch ist nämlich der berüchtigte Dr.Goebbels noch immer Ehrenbürger des schmucken Städtchens Friedheim! Die Honoratioren sind ausgesprochen irritiert.  
     Im Zuge weiterer Enthüllungen werden der "Werra-Post" bald die amtlichen Bekanntmachungen entzogen. Doch wohl nicht ganz umsonst ist Willi ein Namensvetter des legendären Dichters und Zeichners Wilhelm Busch. C L I P ? Während der eine das verschlafene Provinzleben mit bissigem Humor attackierte, macht der andere tagtäglich mit seinem klapprigen Messerschmitt-Kabinenroller P I C ? immerhin die Gegend unsicher - nicht selten auch noch mit einem Busch-Vers auf den Lippen. Willi entschließt sich, nun auch die Ereignisse selbst in die Hand zu nehmen. Nur so sieht er für die "Werra-Post" eine erfolgreiche Zukunft. So wird aus einem an der Grenze spielenden Kind ein Wunder: "Mädchen (5 Jahre) sieht die Wiedervereinigung voraus!" P I C ? 
     Ein anläßlich eines Vereinsjubiläums herbeigeeilter Jugendfreund soll jedoch zu einer noch sensationelleren Titelgeschichte werden. Als inzwischen weltweit agierender Illustrierten-Journalist, belächelt er die Bemühungen der kleinen "Werra-Post". Noch in der Nacht stirbt er bei einem Liebesakt. Ohne zu zögern macht Willi aus der Leiche einen Spion und deponiert sie direkt an der Grenze zur DDR. Spätestens jetzt wird Willi die Geister, die er rief, nicht mehr los. Denn dunkle Männer sind in die Stadt gekommen. Schon wird eine weitere Leiche gefunden. Friedheim mutiert zum großstädtischen "Spionagenest".  
     Jedenfalls explodiert die Auflage der "Werra-Post" in ungeahnte Höhen. Und als schließlich auch noch ganze Busladungen voller Wallfahrer das "Wunderkind von der deutsch-deutschen Grenze" sehen wollen, gerät Willi in eine tiefgreifende Existenzkrise. Aus einem akuten Verfolgungswahn ist längst auch eine körperliche Bedrohung geworden. Mit einem Gewehr bewaffnet will er schließlich in die DDR flüchten... 
 


 
-
1979 - Der Willi-Busch-Report: Fahraufnahmen mit adaptierter 35mm-Kamera 
 



 
 

     Das Städtchen Friedheim am Ende der westlichen Welt ist spätestens im Jahre 1980 in einen Tiefschlaf gefallen. Mit der letzten Ausgabe der Heimatzeitung "Werra-Post" ist auch der berühmt-berüchtigte Journalist Willi Busch arbeitslos geworden Copyright © VISUALund fristet seine gleichförmigen Tage - bis zum 12.November 1989. Am Morgen dieses Tages überrollen die historischen Ereignisse, die mit dem 9.November in Berlin ihren Anfang nahmen, ebenso das Werratal! Über die auch hier gefallene deutsch-deutsche Grenze strömen Menschen, Emotionen und Ideen als wäre ein Fieber ausgebrochen. So bleibt es nicht aus, daß Willi mit der Folge einer weit zurückliegenden deutsch-deutschen Familienfeier konfrontiert wird: Sascha ist tatsächlich seine leibliche Tochter, und sie will unverzüglich aus der DDR übersiedeln, nun endlich bei ihrem Vater einziehen. Zwar möchte sie auch die wahre "Willi-Busch-Legende" in Erfahrung bringen, aber vor allem will sie mit dem ebenso legendären Messerschmitt-Kabinenroller fahren...  
     Als dann auch noch Willis Schwester Adelheid und eine ehemalige Freundin voller Euphorie wieder im Tal auftauchen, ist die Familie komplett. In der Stadt geht es Tag und Nacht drunter und drüber. Ein Forschungsinstitut hat ausgerechnet Friedheim für den "1.Deutsch-deutschen Markttest" auserwählt. Der überagile Bürgermeister plant mit dem östlichen Burgstadt bereits gewaltige Joint-Ventures. Das Werratal soll wieder aufblühen, um jeden Preis.  
     Der Test scheint binnen weniger Tage bereits das Gegenteil zu bewirken. Stellt sich doch heraus, daß die Bürger durch abstruse Sende-Apparaturen in ihrem Konsumverhalten total manipuliert werden. Vor allem die neuen Konsumenten aus der DDR sind überfordert. Sogar Willi lernt die hinterhältigen Methoden am eigenen Leib kennen. Allerdings hat er vorerst andere Prioritäten, wird er doch aufs Heftigste von einer attraktiv-geheimnisvollen DDR-Laborantin aus dem ebenso mysteriösen "Haus des Körpers" abgelenkt. Daß dort eine unheimliche "Rekultivierungsechse" gezüchtet wird, interessiert ihn nicht minder. P I C ?  
     Die politische Lage spitzt sich während dessen immer weiter zu. Die anderen drei Frauen entschließen sich, dem revolutionären Aufruhr im wiedervereinigten Tal eine Stimme zu geben: Die "Werra-Post" erscheint wieder! Und damit naht nicht nur das Ende der "regierenden" Bürgermeister in Ost und West. Ein Netz von Manipulation, Korruption und Begünstigung drohte sich nämlich bereits wieder über das befreite Werratal zu legen. Es ist Willi, der  mit einer spontanen Brandrede der fröhlichen Rebellion den entscheidenden Schwung verleiht: Tatsächlich, eine „Freie Werra-Republik" könnte  ganz real sein - „Willi Busch for President! Willi Busch für Präsident!" 
     Der unverhoffte historische 2.Teil des Willi-Busch-Report. 

 
TOP
Der Drehort
 
 

 
 

 

 
1979 - Bundegrenzschutz-Infoblatt für westdeutsche Grenzbesucher 

 
TOP
Die Teams / Die Darsteller
DER WILLI-BUSCH-REPORT    

STAB 
Buch, Regie und Schnitt NIKLAUS SCHILLING, Kamera / Steadicam WOLFGANG DICKMANN, Ausstattung CHRISTA MOLITOR, Kostüme GISELA STRUVE, Maske EVELYN NECKER, Ton HERBERT PRASCH und KLAUS ECKELT, Musik PATCHWORK 
Regieassistenz GABY WERTH, Script RUTH ZIELINSKI-RIEDER, Kameraassistenz NORBERT FRIEDLÄNDER und MICHAEL BARTLETT, Tonassistenz MICHAEL ETZ und RUDOLF FINK, Schnittassistenz MOUNE BARIUS, Requisite BIRGIT BECKMANN und WALTER GOLD, Pyrotechnik ERWIN LANGE, Bühne und Beleuchtung HANS-JÜRGEN HÖPFLINGER, HELMUT DIETRICH und HERBERT MARTIN, Standfotos ELENA GRAM, ROLF VON DER HEYDT und HANS J. TUTTASS, Messerschmitt ARNULF KRAUS, Tonmischung CHRISTIAN SCHUBERT, Lichtbestimmung INGRID RÖCKEN 
Aufnahmeleitung DIETER KRETSCHMER und KLAUS E. SUNGEN, Geschäftsführung ELFRIEDE MAYER, Sekretariat BEATE WANKE, Herstellungsleitung ELKE HALTAUFDERHEIDE, Ausrüstung KRAUSSER & CO und MOVIELAND, aufgenommen mit ARRI 35 BL und Steadicam - auf EASTMANCOLOR 5247, BAVARIA-KOPIE 
Produktion VISUAL-FILMPRODUKTION 

DARSTELLER 
Willi Busch TILO PRÜCKNER, Adelheid Busch DOROTHEA MORITZ, Rose-Marie Roth KORNELIA BOJE, Helga KARIN FREY, Aenne JENNY THELEN, Sir Henry HANNES KAETNER, Arno Rösler KLAUS HOSER, Tante HILDEGARD FRIESE, Jupp Müller WOLFGANG GRÖNEBAUM, Poradzki CHRISTOPH LINDERT, Unterhalter HORST NOWAK, Rektor KARL SIBOLD, Bürgermeister HANS-JOACHIM LEUTHEN, Gerlach HORST PASDERSKI, Ehefrau ELISABETH BERTRAM, Ehemann WILLY MEYER-FÜRST, Wunderkind CAROLA EHRSAM, Sprecher CHARLES BRAUER  
- und GERT BURKHARD, LUDWIG HAAS, ALWIN WOESTHOFF, EIKE GALLWITZ, JEAN-THEO JOST, CHRISTIANE VAUK, RUDOLF ZOLLNER, MICHAEL VOGTMANN, HELMUT LÖFFLER, OLAF SCHÄFFER - u.v.a.  
Für Sybille Schmitz  



DER WILLI-BUSCH-REPORT (1979)  
Format 35mm / 1:1.85 - Farbe / Länge 2936 m - 107:19 Min.  
Uraufführung: 27.Oktober 1979 - Internationale Hofer Filmtage   
u.a. Int. Filmfestival de Cannes - Un certain regard  
Filmex Los Angeles 1980  
1980 - Max Ophüls Preis  
  


  

DEUTSCHFIEBER -     
Der 2.Teil des WILLI-BUSCH-REPORT     

DAS TEAM    
Willi Busch : TILO PRÜCKNER - Sascha Busch : CHRISTIANE PAUL - Carla : HEIKE SCHROETTER - Adelheid Busch : DOROTHEA MORITZ - Rudi Gehl : CHRISTIAN VON RICHTHOFEN - Kleppmann : MATTHIAS WIEBALCK - "Luther" : FRIEDER VENUS - Helga : KARIN FREY Olaf Schippke : FRANK-MICHAEL - KÖBE - Kleinert : RÜDIGER EVERS - Langela : JURIJ KRAMER - Ratzinger : HARALD MAACK - Stebler : JÖRG GILLNER - Adalbert Hensel : OLAF KREUTZENBECK - Dia-Testleiter : HERMANN TOELCKE - Olivia : CONSTANCE WETZEL - Dia-Tester : MARK BELLINGHAUS -  Dia-Testerin : CHRISTIN WEBER - Sachse : JOACHIM LÄTSCH - Gerlach : JENS SCHEIBLICH Frau Gerlach : CARIN ABICHT - 1.Polski : RYSZARD WOJTYLLO - 2.Polski : MORIS MAISCHAK - Polskin : RENATE MACHOLA-NAJS - 3.Polski : CHRISTOPH LESZCZYNSKI - 4.Polski : MAREK GIERSZAL - 1.Grenzer : ULRICH HINTERSATZ - 2.Grenzer : KARL-HEINZ VOGELEY - KM-Geschäftsführer : LUDGER PISTOR - Kleiner Mann : RALF SCHUBERT - Reporterin : THERESA BERLAGE - Zöllner : HELMUT STEHLING - 1.Berliner : MATTHIAS KLEINERT - 2.Berliner : LUTZ GEBHARDT - Thüringer : GOTTHARD HAUSCHILD - 1.Prostituierte : ELLEN MERKERT - 2.Prostituierte : SILVANA KREUZER - Orden-Verleiher : WOLF LIST - 1.Mädchen : FRAUKE HENTRICH - 2.Mädchen : DANIELA SAUL - Fleisch-Dieb : KARL-HEINZ SCHMITT - Angestellter : HERWIG LUCAS - Metzger : JÜRGEN FUHRMANN - Ost-Notarzt : MICHAEL RATH - Vorarbeiter : BERND JOHANN - Fan : TOBIAS MÜLLER - Zeitungsfahrer : JAN BODINUS - Reporter : SVEN SCHREIVOGEL - 1.Trabant-Schieber : RICHARD HUCKE - 2.Trabant-Schieber : GUSTAV MEWES - Pastor : BERTHOLD KORNER - Sängerin : BETTINA ICKS "ROTTE KORAH" - Organistin : INGRID ANBAU und Harry von Stryk, Melanie Schütz, Silvio Fürst, Rainer Ritter, Jan Markus, Wolfgang Pohl, Erhard Zenkner, Julian Gedrath, Maxi Hoffmann u.v.a.  

Szenenbild, Entwurf und Leitung : KLAUS WINTER - Assistenz : KLAUS-DIETER POHLE - Ausstattung : MARTIN SCHREIBER - Assistenz : CHRISTIANE STEIN - Kostüme : ULRIKE STELZIG Garderobe : SUSANNE CAROW - Maske : MONIKA MÖRKE - Requisite : MARCO MINIERSKI, MICHAEL KAPLICK - Assistenz : RALPH SCHULZ - Bau : NORBERT MAI, WERNER MAI, WOLFGANG WEISE, THOMAS FRITSCHE - Bühne : RAINER HANELD - Maler : GERD HAUSER Requsiten-Bau : FRANK TAUCHMANN - Graphik : FRANK BRÜCKNER - Pyrotechnik: MICHAEL und DANIELA GOEPEL - "Goliath" : TRICK- UND GRAFIKZENTRUM DEFA STUDIO BABELSBERG Leitung : UWE FLEISCHER - Entwurf und Ausführung : BARBARA SCHMIDT und JENS SCHIFFER - Animation : HEIKO EBERT, ANGELA KERN - Trickaufnahmen : TONY LOESER, WOLFGANG CHEVALLIER, Luftschiff : MODELLBAU KUHLMANN - Kamera-Assistenz : KONSTANTIN KRÖNING - Material-Assistenz : JOCHEN ZILLMER, HANS KNOSPE, Set-Ton: JOCHEN HERGERSBERG - Standfotos : CHRISTA KÖFER - Lichtbestimmung : WOLFGANG HEERS - Kamerabühne: WOLFGANG RÖHL - Beleuchtung : THOMAS VON KLIER. WOLFGANG ERDMANN, PETER ZICK - Aggregat : WINFRIED MICHAEL - Regie-Assistenz : SILVIA RACHOR, CHRISTIAN HANNOSCHÖCK - Komparsen-Leitung : JASSNA U. SROKA - Komparsen-Assistenz : SABINE HILBRICH, RALPH HEINRICH - Script : HANNO NEHRING - Best Girl : CORNELIA KAUFHOLD - Transporte : LUTZ SCHAARSCHMIDT, BERND SCHNEIDER - Catering : HERBERT RETTBERG Gemeindeschenke Altenburschla - EVE-MARIE REXRODT Wanfrieder Hof    

Gesamtleitung : ELKE HALTAUFDERHEIDE - Produktionsleitung : MADELEINE REMY - 1.Aufnahmeleitung : CORNELIA SCHMIDT-MATTHIESEN - 2.Aufnahmeleitung : BERND HUNOLD - Produktions-Assistenz : KATHARINA CONRADI Sekretariat : ISABELL HEINICKE - Buchhaltung : MONIKA HAFFERT - Geschäftsführung : ELFRIEDE MAYER     
Bild- und Dialogton-Bearbeitung : VISUAL-STUDIO - NIKLAUS SCHILLING,  Assistenz : MIRKO BORSCHT,  ROSEMARIE DRINKORN,  MAJA ROKOVIC - Tonbearbeitung : HANNS JOACHIM MENNICKEN - Dolby-Beratung : HUBERT HENLE - Mischung : BRUNO NELLESSEN, KLAUS WENDT - Musik : VOOV - (Piano : Cosmic Baby), "Flatline" BOOM OPERATORS (Mennicken, Cosmic, VOOV) - Original-Musik : JOHANN SEBASTIAN BACH     
Redaktion : WILLI SEGLER, ZDF - Beratung : DIETER WOLF - Kamera : FRANK GRUNERT - Soundtrack : CHRISTIAN GRAUPNER - Drehbuch : NIKLAUS SCHILLING und OSKAR ROEHLER - Regie: NIKLAUS SCHILLING   
Eine deutsch-deutsche Coproduktion der VISUAL-Film von Elke Haltaufderheide, Berlin  
und der DEFA Studio Babelsberg GmbH, Potsdam - in Zusammenarbeit mit dem  ZDF, Mainz   
und der Peter-Goedel-Filmproduktion, München  
  
Der Film wurde mit Unterstützung der Berliner Filmförderung, des Film Fonds Hamburg, der Hessischen Filmförderung und des Bundesministerium des Innern realisiert.   
FUJICOLOR - Film-Equipment von CINE-SERVICE - Gedreht auf MOVIECAM - ATLANTIK Film Kopierwerk, Hamburg - Entwicklung und Organisation auf ATARI-Computer - Video-Equipment von SONY - Studioton-Equipment von FOSTEX, Studiosound & Music - Besonderen Dank an 3K-Computerbild, Dole Fresh Fruit Europe, Deutsche Bundespost Telekom Berlin, Minolta, Olympus Optical, Pentacon, Rotkäppchen Sektkellerei Freyburg, Messerschmitt-Club Deutschland, Bernd Hummel, Grenzschutzkommando Mitte, Bundesministerium der Verteidigung.     
Ganz besonderen Dank an die Städte Wanfried/Hessen und Treffurt/Thüringen, an die Gemeinden Großburschla, Döringsdorf, Bebendorf, Großtöpfer - an die Bewohner des ganzen Werratals. Ohne ihre tatkräftige Mithilfe wäre dieser Film nicht mehr möglich gewesen.    
Die Handlung dieses Films ist frei erfunden. Jede Ähnlichkeit mit tatsächlichen Ereignissen und Personen wäre rein zufällig. Für Ingrid Köppe    



DEUTSCHFIEBER (1991/92)   
Länge: 3458m / 126.23 Min. - 35mm, 1:1.85, Farbe, DOLBY STEREO   
Uraufführung: 29.Oktober 1992 - Internationale Hofer Filmtage 
 
 
1991 - Deutschfieber: Das Grab des Karo 
 
TOP
 
Push - eMail
 
  Copyright © 1997-2010 VISUAL  > Menu? Impressum  -  webmaster  Last edited january 5, 2010