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Die Filme / Der Drehort / Die Grenze = WILLI BUSCH Special

 

        1979: An der unüberwindlichen deutsch-deutschen Grenze - der Nahtstelle zweier Gesellschaftssysteme - ist die Zeit stehen geblieben. Am Ende der westlichen Welt mag dies für einige sehr erholsam sein, für die "Werra-Post" ist es jedoch lebensbedrohlich. Es ist absehbar, wann die einstmals blühende "Heimatzeitung für das Werratal" zum letzten Mal erscheint - wenn da nicht die Geschwister Wilhelm und Adelheid Busch wären. Im Bewußtsein, von ihrem Vater ein schweres Erbe übernommen zu haben, geben sie mehr oder weniger ihr Bestes. Aber erst als Willi eine alte Geschichte aus der NS-Zeit ausgräbt, ist zumindest der freie Auflagenfall vorübergehend gestoppt: Faktisch ist nämlich der berüchtigte Dr.Goebbels noch immer Ehrenbürger des schmucken Städtchens Friedheim! Die Honoratioren sind ausgesprochen irritiert.  

     Im Zuge weiterer Enthüllungen werden der "Werra-Post" bald die amtlichen Bekanntmachungen entzogen. Doch wohl nicht ganz umsonst ist Willi ein Namensvetter des legendären Dichters und Zeichners Wilhelm Busch.  Während der eine das verschlafene Provinzleben mit bissigem Humor attackierte, macht der andere tagtäglich mit seinem klapprigen Messerschmitt-Kabinenroller  immerhin die Gegend unsicher - nicht selten auch noch mit einem Busch-Vers auf den Lippen. Willi entschliesst sich, nun auch die Ereignisse selbst in die Hand zu nehmen. Nur so sieht er für die "Werra-Post" eine erfolgreiche Zukunft. So wird aus einem an der Grenze spielenden Kind ein Wunder: "Mädchen (5 Jahre) sieht die Wiedervereinigung voraus!"  

     Ein anlässlich eines Vereinsjubiläums herbeigeeilter Jugendfreund soll jedoch zu einer noch sensationelleren Titelgeschichte werden. Als inzwischen weltweit agierender Illustrierten-Journalist, belächelt er die Bemühungen der kleinen "Werra-Post". Noch in der Nacht stirbt er bei einem Liebesakt. Ohne zu zögern macht Willi aus der Leiche einen Spion und deponiert sie direkt an der Grenze zur DDR. Spätestens jetzt wird Willi die Geister, die er rief, nicht mehr los. Denn dunkle Männer sind in die Stadt gekommen. Schon wird eine weitere Leiche gefunden. Friedheim mutiert zum grossstädtischen "Spionagenest".  

     Jedenfalls explodiert die Auflage der "Werra-Post" in ungeahnte Höhen. Und als schließlich auch noch ganze Busladungen voller Wallfahrer das "Wunderkind von der deutsch-deutschen Grenze" sehen wollen, gerät Willi in eine tiefgreifende Existenzkrise. Aus einem akuten Verfolgungswahn ist längst auch eine körperliche Bedrohung geworden. Mit einem Gewehr bewaffnet will er schliesslich in die DDR flüchten…

Der Willi-Busch-Report: Fahraufnahmen mit adaptierter 35mm-Kamera



     1989: Das Städtchen Friedheim am Ende der westlichen Welt ist spätestens im Jahre 1980 in einen Tiefschlaf gefallen. Mit der letzten Ausgabe der Heimatzeitung "Werra-Post" ist auch der berühmt-berüchtigte Journalist Willi Busch arbeitslos geworden und fristet seine gleichförmigen Tage - bis zum 12.November 1989. Am Morgen dieses Tages überrollen die historischen Ereignisse, die mit dem 9.November in Berlin ihren Anfang nahmen, ebenso das Werratal! Über die auch hier gefallene deutsch-deutsche Grenze strömen Menschen, Emotionen und Ideen als wäre ein Fieber ausgebrochen. So bleibt es nicht aus, dass Willi mit der Folge einer weit zurückliegenden deutsch-deutschen Familienfeier konfrontiert wird: Sascha ist tatsächlich seine leibliche Tochter, und sie will unverzüglich aus der DDR übersiedeln, nun endlich bei ihrem Vater einziehen. Zwar möchte sie auch die wahre "Willi-Busch-Legende" in Erfahrung bringen, aber vor allem will sie mit dem ebenso legendären Messerschmitt-Kabinenroller fahren...  

     Als dann auch noch Willis Schwester Adelheid und eine ehemalige Freundin voller Euphorie wieder im Tal auftauchen, ist die Familie komplett. In der Stadt geht es Tag und Nacht drunter und drüber. Ein Forschungsinstitut hat ausgerechnet Friedheim für den "1.Deutsch-deutschen Markttest" auserwählt. Der überagile Bürgermeister plant mit dem östlichen Burgstadt bereits gewaltige Joint-Ventures. Das Werratal soll wieder aufblühen, um jeden Preis.  

     Der Test scheint binnen weniger Tage bereits das Gegenteil zu bewirken. Stellt sich doch heraus, daß die Bürger durch abstruse Sende-Apparaturen in ihrem Konsumverhalten total manipuliert werden. Vor allem die neuen Konsumenten aus der DDR sind überfordert. Sogar Willi lernt die hinterhältigen Methoden am eigenen Leib kennen. Allerdings hat er vorerst andere Prioritäten, wird er doch aufs Heftigste von einer attraktiv-geheimnisvollen DDR-Laborantin aus dem ebenso mysteriösen "Haus des Körpers" abgelenkt. Dass dort eine unheimliche "Rekultivierungsechse" gezüchtet wird, interessiert ihn nicht minder.

     Die politische Lage spitzt sich während dessen immer weiter zu. Die anderen drei Frauen entschliessen sich, dem revolutionären Aufruhr im wiedervereinigten Tal eine Stimme zu geben: Die "Werra-Post" erscheint wieder! Und damit naht nicht nur das Ende der "regierenden" Bürgermeister in Ost und West. Ein Netz von Manipulation, Korruption und Begünstigung drohte sich nämlich bereits wieder über das befreite Werratal zu legen. Es ist Willi, der  mit einer spontanen Brandrede der fröhlichen Rebellion den entscheidenden Schwung verleiht: Tatsächlich, eine „Freie Werra-Republik" könnte ganz real sein - „Willi Busch for President! Willi Busch für Präsident!" 

    

Der unverhoffte historische 2.Teil des Willi-Busch-Report. 



Die Filme Der Drehort / Die Grenze

Das sind Churchill, Roosevelt und Stalin im Februar 1945 in Jalta.

Bei der "Konferenz von Jalta hat man darüber gesprochen, was nach einem Sieg über das "Grossdeutsche Reich" eigentlich mit ihm zu geschehen habe.

Man wurde sich zwar nicht einig, aber alle drei waren fest entschlossen durch eine Zerstückelung Deutschlands für die Zukunft vorzusorgen.


Sehr bald nach Kriegsende wuchs quer durch Mitteleuropa eine merkwürdige Linie. Eine von Tag zu Tag undurchlässiger werdende Grenze drängte Dörfer und Städte vom Zentrum eines Landes an seinen äußersten Rand.


Und das dort, das ist Wilhelm Busch im März 1979 an der Strasse nach Friedheim. Geboren am 29. September 1938 als Sohn des Hermann Busch, Verleger der WERRA-POST. Einer Tageszeitung, die in Friedheim an der Werra 1896 von sei nem Grossvater Heinrich gegründet worden war. Eine stetige Aufwärtsentwicklung brachte 1931 die Höchstauflage von 9800 täglichen Exemplaren.

Im Zuge dieses Erfolges wurde ein neues, grosszügiges Druck- und Verlagsgebäude am Stadtrand in Betrieb genommen.

Spätestens mit der Geburt des kleinen Willi, wie man Wilhelm bald rief, begann für die WERRA-POST eine langsame, schleichende Auszehrung.

Mit letzter Kraft zwar gelang es Hermann Busch die Zeitung durch Nationalsozialismus und Krieg zu bringen, aber sehr bald musste ihm klar werden, dass diese neue Grenze, vor seiner Tür sozusagen, ihm zwei Drittel seines Absatzgebietes, versperrte und das früher lebhafte Friedheim zu einem ereignislosen Provinzstädtchen herabsinken liess. Den aussichtslosen Existenzkampf führte er trotzdem bis in die frühen 60er-Jahre fort, bis zu seinem Tode. Seine Frau Margarete folgte ihm bald verbittert nach. Das schwere Erbe ihren beiden Kindern hinterlassend: Adelheid und Wilhelm Busch!

Der Motor Startklar! Das Cockpit Bitte einsteigen! i MeStart.wav Motor starten !



Der Tagesspiegel, 20.März 2003


Von 0 auf 80 in 35 Sekunden


Vor 50 Jahren kam der Messerschmitt-Kabinenroller auf den

Markt - Sammler zahlen heute Liebhaberpreise


Von Ulrich Bethscheider


Es war ein skurriles Gefährt, das da im Nachkriegsdeutschland die Straßen bevölkerte. 1,20 Meter hoch, 1,20 Meter breit, von der Gestalt einer Zigarre und mit dem Gesicht eines Froschs. Doch das merkwürdige Gefährt steht aus heutiger Sicht beispielhaft für die Motorisierung Deutschlands – das macht den Messerschmitt-Kabinenroller zum Mythos.  


Nicht nur der Markenname zeigt die Nähe zum Flugzeug, auch der Konstrukteur Fritz Fend hatte als Flugzeugingenieur sein Geld verdient. Im bayrischen Rosenheim baute er 1948 zuerst einen Dreirad-Einsitzer, Anfang der 50er-Jahre entstand dann der Kabinenroller, der ab Frühjahr 1953 im brachliegenden Messerschmitt-Werk in Regensburg in Serie produziert wurde. Sein Einzylinder-Zweitaktmotor besaß 173 Kubikzentimeter Hubraum und leistete 10,9 PS – im Nachkriegsdeutsch-land war das für viele schon genug für den Traum von der individuellen Motorisierung. Immerhin fuhr der KR 175 knapp 80 km/h schnell und bot für zwei Personen, die wie auf einem Tandem hintereinander saßen, ein festes Dach über dem Kopf. Er schaffte es in 35 Sekunden von 0 auf 80. Dass sich die Fahrer unter der Plexiglaskuppel ein wenig wie Flug-zeugpiloten fühlen konnten, lag an Fends Fliegervergangenheit: Der Kabinenroller besaß nämlich keine Türen, einsteigen musste man, indem die gläserne Kuppel wie bei einem Flugzeug zur Seite geklappt wurde. Und auch der filigrane Lenker erinnerte eher an einen Steuerknüppel denn an ein Autolenkrad.  

So einfach und technisch primitiv der Kabinenroller auch war, erlebte er trotzdem eine technische Weiterent-wicklung. 1955 folgte der KR 200 mit größerem Hubraum, während 1958 das Topmodell der Baureihe seine Premiere feierte. Seine Modellbezeichnung Tg 500 stand für Tiger, und den schien er wirklich im Tank zu haben. Zwei Zylinder, 500 Kubikzenti-meter Hubraum und stolze 19,5 PS, damit wurde der Kabinenroller fast zum Schrecken der Landstraße. Damit die nur 390 Kilogramm schwere Renn-Zigarre ihre Leistung auch ordentlich auf den Boden bekam, fand am Fahrwerk eine kleine Revolution statt. Während der Kabinenroller bislang drei Räder – zwei vorn und eins hinten – zählte, rollte der Tiger auf vier Rädern daher.  


Zu diesem Zeitpunkt hatte der Kabinenroller zumindest wirtschaftlich schon einen Dämpfer erhalten. 1956 kam es im Unternehmen zu finanziellen Schwierigkeiten, infolgedessen das Regensburger Werk aus dem Messerschmitt-Konzern herausgelöst wurde. Fritz Fend übernahm die Produktion und baute den Kabinenroller fortan unter dem Markennamen FMR (Fahrzeug- und Maschinenbau GmbH Regens-burg). Um den Kabinenroller konkurrenzfähig zu halten, brachte Fend sogar eine Cabrioversion auf den Markt – Autofahren mit Badewannen-Feeling.  


1964 rollte der letzte Kabinenroller vom Band. Das skurrile Gefährt konnte mit der schnellen Auto-Entwicklung nicht mithalten, denn inzwischen galt der große VW Käfer längst als des Deutschen Auto-Traum – und der war immerhin schon damals ein richtiges Auto. Geblieben ist die Erinnerung an ein eigenwilliges Auto mit Flugzeug-Genen in der Kurbelwelle, um das sich heute noch Liebhaber kümmern. 35000 Euro kostet ein restauriertes Exemplar.


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Berliner Zeitung, 19.März 2003

 

Menschen in Aspik


Vor fünfzig Jahren kam der Messerschmitt-Kabinenroller 

auf die deutsche Straße

von Jörg  Niendorf


BERLIN, 18. März. Mit einem kleinen Gefährt ab über die großen Berge: Das versprachen Werbetexte im Frühjahr 1953, sie kündigten eine motorisierte Sensation an. Gepriesen wurde eine kühne Gebläse-kühlung, "so brauchen Sie selbst auf das Erlebnis der Überquerung von hohen Alpenpässen nicht zu verzichten". Diese Vorstellung war in der Tat kühn, die Sehnsucht im Nachkriegsdeutschland nach dem Süden war riesig.  

     Das Vehikel, um das es ging, glich indes einer mobilen Miniatur. Günstig wie ein Motorrad war es und bot doch zwei Insassen vollen Wetterschutz. Eine emsige Bergziege war der neuartige Messerschmitt Kabinenroller außerdem. Der Karo war ein Dreirad mit Tandemsitzen, also zwei hintereinander angeordneten Plätzen, einem voll verkleideten Aufbau und zur Seite wegklappbarem Dach. Der kleine Zweitakter mit Motorradlenker hielt, was er versprach. Am Großglockner war er bereits vor seiner Serienproduktion getestet worden, bald danach knatterten unzählige Roller-Mobilisten mittels 175 Kubikmeter Hubraum, neun Pferdestärken und moderner Motorkühlung über die Alpen an die Seen oder ans Mittelmeer.  


Kugel aus Blech und Plexiglas  


    Am 19. März 1953 wurde der Kabinenroller KR 175 auf der Frank-furter Automobilausstellung vorgestellt, bis 1964 wurden schätzungs-weise 50 000 Stück in Regensburg gebaut. Nicht zu verwechseln ist der Karo mit der BMW-Isetta, die ebenfalls ein Dreirad war, aber erst zwei Jahre später herauskam.  

     Das Messerschmitt-Modell kostete nur 2 100 D-Mark, für viele Westdeutsche begann mit dieser Kugel aus Blech und Plexiglas nach der Währungsreform der Aufstieg in die motorisierte Gesellschaft. Die Leute wollten mobil sein, suchten Zerstreuung, für den dreirädrigen Roller brauchten sie nur den Motorradführerschein oder den für Trecker oder Kleinlaster, diese Papiere waren viel üblicher als die teure Lizenz zum Autofahren. Ein wenig Gepäck fasste der Roller auch, mit Geschick brachte man sogar ein Schlauchboot unter.  

     Nur die Kühlung für die Paare unter der Plexiglashaube funktionierte nicht ganz so gut wie die des Motors: Drinnen schwitzten die stolzen Reisenden nicht schlecht, spöttisch wurden sie "Menschen in Aspik" genannt, der Karo zur "Käseglocke" degradiert. Wohlmeinendere Stimmen nannten das Gefährt "Schneewittchensarg". Selbst ein Sonnen-segel als Sonderzubehör konnte den Kugelroller nicht retten, seine Zeit war nach einem Jahrzehnt schon wieder vorüber.  

     Die motorisierten Massen stiegen um auf vier Räder, auch bei kleinem Geldbeutel konnte man sich einen NSU-Prinz oder Volkswagen leisten. Zu dieser Zeit bewegte sich auch die junge DDR auf vier Rädern, der P 50, ab 1958 Trabant genannt, war von vornherein ein "ganzes" Auto. Der über Jahrzehnte hinweg sparsamer motorisierte Osten hatte so gleich zu Anfang gespart, Einsteigermodelle wie die Dreiräder im Westen gab es nicht. Zudem hatte der Trabant schon ein voll synchronisiertes Getriebe, als man drüben den Kabinenroller noch mit viel Muskelkraft einparken musste. Einen Rückwärtsgang hatte der KR 175 nämlich nicht.  

     Dennoch, auch in den USA, dem Automobilland seit jeher, und in Großbritannien machte der kleine kugelige Deutsche Furore. Er wurde dort gut verkauft und hat noch heute sorgsame Besitzer. Briten fühlten sich nicht einmal durch bittere Assoziationen gestört, die der Name des Vehikels hervorrufen konnte. Messerschmitt-Jagdflugzeuge hatten schließlich in den Luftschlachten gegen die Royal Air Force gekämpft.  


Düsenjäger des kleinen Mannes  


     Zum Messerschmitt-Modell war das Gefährt eher zufällig geworden. Die Firma, die keine Flugzeuge mehr bauen durfte, hatte die Produktionsanlagen, und Fritz Fend hatte die Idee. Sie taten sich zusammen. Zuvor hatte Fend in Rosenheim aus Schrottmaterialien allerlei Dreiräder zusammengeschraubt und verkauft, er erkannte, dass dieses eine lukrative geschäftliche Lücke zwischen Motorrad und Kleinauto war. 1957 stieg Messerschmitt aus der Koproduktion wieder aus, nur der Name des Rollers blieb.  

     Viele Nachahmer hatte Fend auf den Plan gerufen, fast jedes westdeutsche Zweiradunternehmen hatte bald ein Kleinstfahrzeug mit Kabine herausgebracht. So gab es den Goggoroller, die BMW-Isetta, den NSU-Prinz, von Victoria den als feuergefährlich etwas verrufenen Spatz, den Maico-500 und den Trojan-Kabinenroller von Heinkel. Zündappfahrer hatten sogar die Möglichkeit, im Janus zu zweit zu übernachten.  

     Eine Neuauflage des Messerschmitt-Kabinenrollers, von der Fritz Fend in den 90er-Jahren träumte, kam nicht zu Stande. Fend lehnte den F 2000 an seinen "Düsenjäger des kleinen Mannes" von 1953 an. Der F 2000 sah aus wie ein lang gezogenes Ei, wieder gab es einen Tandemsitz, der Verbrauch lag bei zwei Litern auf 100 Kilometern. Leider fanden sich keine Geldgeber für die Produktion.  

Das Urmodell jedoch hat eine treue Fangemeinde, etwa 1 500 Stück des KR 175 oder KR 200 gibt es noch. Wo sie auftauchen, erregen sie mehr Aufsehen als jeder Lamborghini. Enthusiasten treffen sich mit ihren Kabinenrollern, ganz im Geiste des Erfinders und der Gebläsekühlung, Jahr für Jahr am Großglockner. 

50 Jahre Karo


Die Motorisierung der Massen

  

In den ersten Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg begann die deutsche Massenmotorisierung zunächst auf zwei Rädern. 1953 gab es in der Bundesrepublik zwei Millionen Krafträder, an Kraftwagen nur die Hälfte. Nur zwei Prozent aller Deutschen besaßen 1953 ein Auto, in den USA waren es schon 25 Prozent der Einwohner. 

1953 machte der Messerschmitt-Kabinenroller den Anfang, bald gab es eine ganze Flut von Kleinstmobilen, die preiswerter als der VW-Käfer waren. Oft waren es Dreiräder wie der Messerschmitt KR 175, die wie Motorräder besteuert wurden. 

BMW-Isetta und Goggomobil wirkten dagegen wie Autos, nicht mehr wie überdachte Zweiräder. Motorradmarken wie NSU und BMW schafften es, mit ihren Modellen am Markt zu bleiben. Alle anderen gaben auf, der Volkswagen wurde etwa ab 1957 übermächtig.   

   Der letzte Messerschmitt-    Kabinenroller wurde 1964    gebaut.































   Unter den Protagonisten von Niklaus Schillings Filmen nimmt der Reporter Willi Busch sicherlich einen ganz besonderen Platz ein. Und möglicherweise ist er auch am nächsten mit seinem Schöpfer und Mentor verwandt. Einmal ganz abgesehen davon, daß Willis „Großvater” ohne Zweifel der berühmt-berüchtigte Dichter und Zeichner Wilhelm Busch ist. Wenn zum Bespiel „Max und Moritz” die bürgerliche Gesellschaft unterminieren, dann versucht Willi, das verschlafene Friedheim im „Zonenrandgebiet” auf seine Weise irgendwie wach zu halten. Aber was soll man machen, wenn am Ende der westlichen Welt die Auflage der „Werra-Post” unaufhaltsam gegen Null tendiert? Geschichte muß gemacht werden - oder wenigstens Geschichten!

 Wo Wilhelm Busch das Religiöse in Frage stellt, provoziert Willi das Politische - und sei es nur, dass er mit seinem flügel-gestutzten Messerschmitt-Kabinenroller die deutsch-deutsche Grenze entlang brettert. Jedenfalls wäre ihm zuzutrauen, dass er dann doch plötzlich Flügel ausfährt und sich wie in einem James-Bond-Film in die Lüfte erhebt, um die DDR-Grenztruppen zu narren. Aber dem passionierten Unruhestifter Willi sollte noch Grosses bevorstehen: „Vom Arsch der Welt ins Herz von Deutschland!” Immerhin hatte es ja das „Wunderkind von Friedheim” mit seiner Hilfe in die Deutschland-Schlagzeilen gebracht: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, ihr werdet wandeln können zwischen den Welten als wäre es ein Traum!”


 Der in Basel geborene Ironiker und Melodramatiker Niklaus Schilling jedenfalls machte als Kind ganz andere Grenz-Erfahrungen. Im Dreiländereck von Deutschland, Frankreich und der Schweiz wurde man in der Regel durchgewunken, war für einen Grenzübertritt äusserst selten ein Ausweis überhaupt nötig. Und mit der Tram konnte man sogar ohne Halt die Grenzlinie überfahren... Davon abgesehen lernte er in dieser liberalen Region sehr bald, dass in den Zeitungen nicht nur verschiedene Schriftgrössen verwendet werden, sondern auch verschiedene Inhalte und Meinungen kund getan werden. Lange Zeit war er so Opfer einer ernsten „Zeitungssucht” - die tägliche Dosis waren mindestens 7 Tageszeitungen und unzählige andere Publikationen. (Wie man hört, hat ihn erst heute das Internet etwas davon abgebracht. Nicht ohne dass sich hierbei ganz neue Gefahren auftaten...)

 Jahre später - im November 1989 - sollte Niklaus Schilling wieder einmal an der deutsch-deutschen Grenze im Werratal stehen. Es taten sich dort nämlich ungeheuerliche Dinge. Zusammen mit bestimmt schon bald arbeitslosen DDR-Grenzsoldaten beobachtete er den kaum glaublichen Abriss der Sperranlagen. Man stand genau an dem Ort, an dem 1979 „Der Willi-Busch-Report” mit Willis Kreislauf-Zusammenbruch endete! Irgendwie logisch, dass man nun Schilling immer wieder fragte: „Wann geht es denn jetzt weiter mit dem Willi Busch?” Nicht ohne noch hinzuzufügen: „Nicht nur Gorbatschow, auch unser Willi Busch hat ja nun Geschichte gemacht!”

 So schrieb sich eine Fortsetzung fast wie von selbst: DEUTSCHFIEBER. Und  als dieser 2.Teil des WILLI-BUSCH-REPORT dann 1991 realisiert wurde, bedurfte es gemeinsam mit ehemaligen Grenzsoldaten gewaltiger Anstrengungen die inzwischen völlig nutzlosen Grenzanlagen des Werratals vor dem zu schnellen Verschwinden zu bewahren. Willi Busch hätte die Schlagzeile jedenfalls gefallen: „DDR-Grenzsoldaten müssen antiimperialistischen Schutzwall vor Abriss schützen!” Und der „zugewanderte” Grenzgänger Niklaus Schilling hätte gelächelt.                                                          

Mareike Sprengel


Wilhelm Busch - der Dichter  und Willi Busch - der Lenker


Geschichte schreibt Filme:

Der Willi-Busch-Report


„Film des Jahres"                                                 Jahrbuch Film 80/81


„Brillant gespielt und herrlich ironisch."                                  TV-Movie


„Eine vielschichtige Tragikomödie, klug entworfen und souverän inszeniert."                                        Lexikon des internationalen Films


„Schillings Grenz-Geschichte überschreitet ständig die Grenzen zwischen Komödie, Satire und Tragödie.“                                                Stern


„Eine vortrefflich gespielte und inszenierte, wunderbare Mischung aus Melodram, Satire, Heimatfilm und Agentenstory."                         Prisma



Deutschfieber


„Irrwitzige Farce zur Deutschen Einheit."                               TV-Movie


„Es wird noch mächtig Ärger geben mit dieser Republik!"   Der Tagespiegel


„...Die Methode erweist sich als Absicht, das Tohuwabohu als Prinzip: Schillings Held, der im "Willi-Busch-Report" eine aktiver, drängender,    vor Einfällen nur so strotzender war, sieht sich nun in die Strudel der Zeitläufte hinabgerissen... Die Historie überfiel ihn mitten ihm Schlaf..."                                                                             Berliner Zeitung


"Deutschfieber" erzählt als hätten sich die Brüder Grimm mit Cyberpunks zusammen getan..."                                                                taz


 „Wie wohl ist dem, der dann und wann - Sich etwas Schönes dichten kann...!“                                                                Wilhelm Busch

* #Dichter #Legende




DER WILLI-BUSCH-REPORT     



STAB 

Buch, Regie und Schnitt NIKLAUS SCHILLING, Kamera / Steadicam WOLFGANG DICKMANN, Ausstattung CHRISTA MOLITOR, Kostüme GISELA STRUVE, Maske EVELYN NECKER, Ton HERBERT PRASCH und KLAUS ECKELT, Musik PATCHWORK 

Regieassistenz GABY WERTH, Script RUTH ZIELINSKI-RIEDER, Kameraassistenz NORBERT FRIEDLÄNDER und MICHAEL BARTLETT, Tonassistenz MICHAEL ETZ und RUDOLF FINK, Schnittassistenz MOUNE BARIUS, Requisite BIRGIT BECKMANN und WALTER GOLD, Pyrotechnik ERWIN LANGE, Bühne und Beleuchtung HANS-JÜRGEN HÖPFLINGER, HELMUT DIETRICH und HERBERT MARTIN, Standfotos ELENA GRAM, ROLF VON DER HEYDT und HANS J. TUTTASS, Messerschmitt ARNULF KRAUS, Tonmischung CHRISTIAN SCHUBERT, Lichtbestimmung INGRID RÖCKEN 

Aufnahmeleitung DIETER KRETSCHMER und KLAUS E. SUNGEN, Geschäftsführung ELFRIEDE MAYER, Sekretariat BEATE WANKE, Herstellungsleitung ELKE HALTAUFDERHEIDE, Ausrüstung KRAUSSER & CO und MOVIELAND, aufgenommen mit ARRI 35 BL und Steadicam - auf EASTMANCOLOR 5247, BAVARIA-KOPIE 

Produktion VISUAL-FILMPRODUKTION 


DARSTELLER 

Willi Busch TILO PRÜCKNER, Adelheid Busch DOROTHEA MORITZ, Rose-Marie Roth KORNELIA BOJE, Helga KARIN FREY, Aenne JENNY THELEN, Sir Henry HANNES KAETNER, Arno Rösler KLAUS HOSER, Tante HILDEGARD FRIESE, Jupp Müller WOLFGANG GRÖNEBAUM, Poradzki CHRISTOPH LINDERT, Unterhalter HORST NOWAK, Rektor KARL SIBOLD, Bürgermeister HANS-JOACHIM LEUTHEN, Gerlach HORST PASDERSKI, Ehefrau ELISABETH BERTRAM, Ehemann WILLY MEYER-FÜRST, Wunderkind CAROLA EHRSAM, Sprecher CHARLES BRAUER  

- und GERT BURKHARD, LUDWIG HAAS, ALWIN WOESTHOFF, EIKE GALLWITZ, JEAN-THEO JOST, CHRISTIANE VAUK, RUDOLF ZOLLNER, MICHAEL VOGTMANN, HELMUT LÖFFLER, OLAF SCHÄFFER - u.v.a.  

Für Sybille Schmitz  

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DER WILLI-BUSCH-REPORT (1979)  

Format 35mm / 1:1.85 - Farbe / Länge 2936 m - 107:19 Min.  

Uraufführung: 27.Oktober 1979 - Internationale Hofer Filmtage   

u.a. Int. Filmfestival de Cannes 1980 - Un certain regard  

Filmex Los Angeles 1980  

1980 - Max Ophüls Preis  


  

DEUTSCHFIEBER -     

Der 2.Teil des WILLI-BUSCH-REPORT     


DAS TEAM    

Willi Busch : TILO PRÜCKNER - Sascha Busch : CHRISTIANE PAUL - Carla : HEIKE SCHROETTER - Adelheid Busch : DOROTHEA MORITZ - Rudi Gehl : CHRISTIAN VON RICHTHOFEN - Kleppmann : MATTHIAS WIEBALCK - "Luther" : FRIEDER VENUS - Helga : KARIN FREY Olaf Schippke : FRANK-MICHAEL - KÖBE - Kleinert : RÜDIGER EVERS - Langela : JURIJ KRAMER - Ratzinger : HARALD MAACK - Stebler : JÖRG GILLNER - Adalbert Hensel : OLAF KREUTZENBECK - Dia-Testleiter : HERMANN TOELCKE - Olivia : CONSTANCE WETZEL - Dia-Tester : MARK BELLINGHAUS -  Dia-Testerin : CHRISTIN WEBER - Sachse : JOACHIM LÄTSCH - Gerlach : JENS SCHEIBLICH Frau Gerlach : CARIN ABICHT - 1.Polski : RYSZARD WOJTYLLO - 2.Polski : MORIS MAISCHAK - Polskin : RENATE MACHOLA-NAJS - 3.Polski : CHRISTOPH LESZCZYNSKI - 4.Polski : MAREK GIERSZAL - 1.Grenzer : ULRICH HINTERSATZ - 2.Grenzer : KARL-HEINZ VOGELEY - KM-Geschäftsführer : LUDGER PISTOR - Kleiner Mann : RALF SCHUBERT - Reporterin : THERESA BERLAGE - Zöllner : HELMUT STEHLING - 1.Berliner : MATTHIAS KLEINERT - 2.Berliner : LUTZ GEBHARDT - Thüringer : GOTTHARD HAUSCHILD - 1.Prostituierte : ELLEN MERKERT - 2.Prostituierte : SILVANA KREUZER - Orden-Verleiher : WOLF LIST - 1.Mädchen : FRAUKE HENTRICH - 2.Mädchen : DANIELA SAUL - Fleisch-Dieb : KARL-HEINZ SCHMITT - Angestellter : HERWIG LUCAS - Metzger : JÜRGEN FUHRMANN - Ost-Notarzt : MICHAEL RATH - Vorarbeiter : BERND JOHANN - Fan : TOBIAS MÜLLER - Zeitungsfahrer : JAN BODINUS - Reporter : SVEN SCHREIVOGEL - 1.Trabant-Schieber : RICHARD HUCKE - 2.Trabant-Schieber : GUSTAV MEWES - Pastor : BERTHOLD KORNER - Sängerin : BETTINA ICKS "ROTTE KORAH" - Organistin : INGRID ANBAU und Harry von Stryk, Melanie Schütz, Silvio Fürst, Rainer Ritter, Jan Markus, Wolfgang Pohl, Erhard Zenkner, Julian Gedrath, Maxi Hoffmann u.v.a.  


Szenenbild, Entwurf und Leitung : KLAUS WINTER - Assistenz : KLAUS-DIETER POHLE - Ausstattung : MARTIN SCHREIBER - Assistenz : CHRISTIANE STEIN - Kostüme : ULRIKE STELZIG Garderobe : SUSANNE CAROW - Maske : MONIKA MÖRKE - Requisite : MARCO MINIERSKI, MICHAEL KAPLICK - Assistenz : RALPH SCHULZ - Bau : NORBERT MAI, WERNER MAI, WOLFGANG WEISE, THOMAS FRITSCHE - Bühne : RAINER HANELD - Maler : GERD HAUSER Requsiten-Bau : FRANK TAUCHMANN - Graphik : FRANK BRÜCKNER - Pyrotechnik: MICHAEL und DANIELA GOEPEL - "Goliath" : TRICK- UND GRAFIKZENTRUM DEFA STUDIO BABELSBERG Leitung : UWE FLEISCHER - Entwurf und Ausführung : BARBARA SCHMIDT und JENS SCHIFFER - Animation : HEIKO EBERT, ANGELA KERN - Trickaufnahmen : TONY LOESER, WOLFGANG CHEVALLIER, Luftschiff : MODELLBAU KUHLMANN - Kamera-Assistenz : KONSTANTIN KRÖNING - Material-Assistenz : JOCHEN ZILLMER, HANS KNOSPE, Set-Ton: JOCHEN HERGERSBERG - Standfotos : CHRISTA KÖFER - Lichtbestimmung : WOLFGANG HEERS - Kamerabühne: WOLFGANG RÖHL - Beleuchtung : THOMAS VON KLIER. WOLFGANG ERDMANN, PETER ZICK - Aggregat : WINFRIED MICHAEL - Regie-Assistenz : SILVIA RACHOR, CHRISTIAN HANNOSCHÖCK - Komparsen-Leitung : JASSNA U. SROKA - Komparsen-Assistenz : SABINE HILBRICH, RALPH HEINRICH - Script : HANNO NEHRING - Best Girl : CORNELIA KAUFHOLD - Transporte : LUTZ SCHAARSCHMIDT, BERND SCHNEIDER - Catering : HERBERT RETTBERG Gemeindeschenke Altenburschla - EVE-MARIE REXRODT Wanfrieder Hof    


Gesamtleitung : ELKE HALTAUFDERHEIDE - Produktionsleitung : MADELEINE REMY - 1.Aufnahmeleitung : CORNELIA SCHMIDT-MATTHIESEN - 2.Aufnahmeleitung : BERND HUNOLD - Produktions-Assistenz : KATHARINA CONRADI Sekretariat : ISABELL HEINICKE - Buchhaltung : MONIKA HAFFERT - Geschäftsführung : ELFRIEDE MAYER     

Bild- und Dialogton-Bearbeitung : VISUAL-STUDIO - NIKLAUS SCHILLING,  Assistenz : MIRKO BORSCHT,  ROSEMARIE DRINKORN,  MAJA ROKOVIC - Tonbearbeitung : HANNS JOACHIM MENNICKEN - Dolby-Beratung : HUBERT HENLE - Mischung : BRUNO NELLESSEN, KLAUS WENDT - Musik : VOOV - (Piano : Cosmic Baby), "Flatline" BOOM OPERATORS (Mennicken, Cosmic, VOOV) - Original-Musik : JOHANN SEBASTIAN BACH     

Redaktion : WILLI SEGLER, ZDF - Beratung : DIETER WOLF - Kamera : FRANK GRUNERT - Soundtrack : CHRISTIAN GRAUPNER - Drehbuch : NIKLAUS SCHILLING und OSKAR ROEHLER - Regie: NIKLAUS SCHILLING   

Eine deutsch-deutsche Coproduktion der VISUAL-Film von Elke Haltaufderheide, Berlin  

und der DEFA Studio Babelsberg GmbH, Potsdam - in Zusammenarbeit mit dem  ZDF, Mainz   

und der Peter-Goedel-Filmproduktion, München  

  

Der Film wurde mit Unterstützung der Berliner Filmförderung, des Film Fonds Hamburg, der Hessischen Filmförderung und des Bundesministerium des Innern realisiert.   

FUJICOLOR - Film-Equipment von CINE-SERVICE - Gedreht auf MOVIECAM - ATLANTIK Film Kopierwerk, Hamburg - Entwicklung und Organisation auf ATARI-Computer - Video-Equipment von SONY - Studioton-Equipment von FOSTEX, Studiosound & Music - Besonderen Dank an 3K-Computerbild, Dole Fresh Fruit Europe, Deutsche Bundespost Telekom Berlin, Minolta, Olympus Optical, Pentacon, Rotkäppchen Sektkellerei Freyburg, Messerschmitt-Club Deutschland, Bernd Hummel, Grenzschutzkommando Mitte, Bundesministerium der Verteidigung.     

Ganz besonderen Dank an die Städte Wanfried/Hessen und Treffurt/Thüringen, an die Gemeinden Großburschla, Döringsdorf, Bebendorf, Großtöpfer - an die Bewohner des ganzen Werratals. Ohne ihre tatkräftige Mithilfe wäre dieser Film nicht mehr möglich gewesen.    

Die Handlung dieses Films ist frei erfunden. Jede Ähnlichkeit mit tatsächlichen Ereignissen und Personen wäre rein zufällig.

Für Ingrid Köppe    

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DEUTSCHFIEBER (1991/92)   

Länge: 3458m / 126.23 Min. - 35mm, 1:1.85, Farbe, DOLBY STEREO   

Uraufführung: 29.Oktober 1992 - Internationale Hofer Filmtage 

 


Technische Daten
Der Vorspann Die Teams / Die Darsteller































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Das Fahrzeug Ab sofort 24 Stunden geöffnet!



In Berlin ist die Mauer gefallen.

Und auch das Werratal will in die Geschichte eingehen. Im November 1989 scheint nahezu alles möglich. Wenn sich inzwischen die DDR-Grenztruppen nicht mehr um ihre Grenze kümmern, sondern sich bereits regelmässig mitten auf dem „Todesstreifen" für entspannende Yoga-Kurse versammeln, spätestens dann ist die Zeit auch für noch radikalere Gedanken gekommen. Nur in wenigen Tagen hat sich so im grenzfreien Tal ein Virus festgesetzt, der immer weitere Kreise zieht. Reisserisch befördert von der wiederauferstandenen neuen WERRA-POST.

Exakt zwischen den Städten Friedheim und Burgstadt gelegen, an der ehemaligen Nahtstelle der beiden Weltsysteme, die sich im Kalten Krieg jahrzehntelang als Todfeinde gegenüberstanden.  

Zwar stürmen  noch einige Zeit die DDR-Bewohner aus dem östlichen Tal die Supermärkte, während die Westbewohner noch ziemlich zaghaft Exkursionen in ein fremdes Land unternehmen, das für sie so manche Überraschung bereit hält. Man ist sich aber doch schnell einig, dass sich bei dieser einmaligen Gelegenheit eine historische Chance bietet für einen „dritten Weg" des ganzen Tals, was immer das heißen mag.

So ist erst einmal jenes Testinstitut dran, welches in der komplett neuen Situation bereits Experimente in Sachen Marktverhalten der neuen Konsumenten unternimmt.

Mit Schimpf und Schande werden die smarten Wissenschaftler wieder aus der Stadt gejagt.

Aber auch eine neue Spezies taucht bereits auf: Die Landeroberer, die schon ihre Bagger dabei haben. Und bald können sich so auch die beiden Bürgermeister - in Ost wie West - nicht mehr in ihren Sesseln halten.



Eine eilends herbeigeorderte Waggonladung Bananen kann da auch nichts mehr wenden, zumal der Zug eher dafür gedacht war, brisante Stasi-Aktenberge zu entsorgen. In der explosiven Lage droht am Bahnhof ein Volksaufstand mit allen Konsequenzen. Die Politik setzt sogar einen Hubschrauber ein.

Und plötzlich iwird Willi Busch zum Anführer und hält eine humoristische Brandrede, die es in sich hat. Hier spricht einerseits der Versöhner und Mahner, aber auch der provokante Zyniker, so wie man ihn noch als Journalisten der WERRA-POST kennt, der in seinen jüngeren Jahren so manche Schläfrigkeit der Provinz monierte, ganz im  Sinne seines ironischen Urahnen Wilhelm Busch. Er droht auch den bisher Mächtigen: „Wer mit seinem Hubschrauber Wind sät, wird Sturm ernten!" Er spricht von einem neuen gemeinsamen „Werra-Haus". Und von der Chance zur umwälzenden Veränderung. Sozusagen vom „Arsch der Welt" zum „Herz von Deutschland" - und alles ohne seine Heimat verlassen zu müssen...

Der eine oder andere mag sich in die Geschichte jenes Städtchens Schwarzenberg erinnert haben. Zum Ende des Zweiten Weltkriegs hat dieses noch wie eine „freie" Enklave im russisch besetzten Sachsen einige Wochen als eilends konstruiertes politisches Gebilde überlebt.

Könnte so etwas nun sogar dauerhaft möglich sein? Was sagt Gorbatschow? Was sagt Bonn? Was sagt Washington? Und vor allem George Bush? Die Ereignisse überschlagen sich. Bald ist klar: Willi Busch soll der erste Präsident dieser Republik werden. Und die WERRA-POST-Tankstelle ist bereits die Schaltzentrale der Initiative.

Eine Flagge hat man auch schon. Und findet sie ausgesprochen gelungen. Der Einfachheit halber will man erst einmal die WERRA-POST und ihre Leitartikel als eine Art „Grundgesetz" verwenden. Das ganze Tal erwartet jedenfalls eine andere Zukunft, wenigsten eine andere, als die bisher erwartete. Willi jedoch ist zunehmend im Stress und überlegt ernsthaft sich doch demnächst den Yoga übenden Grenzern anzuschließen.

Aber schon werden die Plakate geklebt…


Niklaus Schilling

Das Werratal: Ab sofort 24 Stunden geöffnet!

             1991  - Deutschfieber:

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